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Ford T

Erinnerungen

"Tin Lizzie" Carolinah, ein Ford T von 1927

2021

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© W. Kaspar-Sickermann
1954  Aus dem Tagebuch eines Praktikanten bei der Firma Wärtsilä in Jakobstad/Pietarsaari, Finnland
Carolinah auf einer Brücke

Carolinah zwischen Pörkenäs und Nykarleby
Fotos und Tagebuchtext stammen von verschiedenen Ausflügen

Carolinah

 → Tin Lizzie - Blechliesel  Wikipedia
siehe auch ganz unten

 
Sonntag, 12.09.1954:
Trotz des schlechten Wetters nehme ich heute mein Fahrrad und fahre mit der Milchkanne nach Pörkenäs "Lingor plocka" (Preißelbeeren pflücken). Vorher kehre ich aber bei Rolf und Karin ein, wo meine ganzen guten Vorsätze über den Haufen geworfen werden:

Wir fahren mit Carolinah nach Nykarleby!

Ich bin vieles hier schon gewöhnt, aber so einen schlechten Weg habe ich noch nicht erlebt. So etwas gibt es nur im australischen Busch oder im finnischen Urwald. Für einen modernen Straßenkreuzer ist dieser Weg eine harte Nuss, Carolinah tuckert aber brav und kocht nur wenig.

Beim Hästbådanfjörden übernehme ich das Steuer, um es den ganzen Tag über zu behalten.

In Soklot stinkt es fürchterlich nach Fuchs oder so. Wir halten an einem Bauernhof an und sehen uns eine Minkzucht an (Nerz), daher der Gestank. Weiter geht es nach Nykarleby. Rolf will mit uns in ein Café.

Ich muss daher auf einen Parkplatz fahren. Als ich halten will, trete ich automatisch Kupplung und Bremse, ohne daran zu denken, dass bei Carolinah ja die Kupplung keine Kupplung, sondern der 1. Gang ist. Gottseidank ist die Bremse stärker als der Motor. 20 cm vor einem Felsblock bleiben wir stehen.

Carolinah mit Fahrer Rolf

Rolf am Lenkrad seiner Carolinah
unter dem Kühler die Anlasskurbel

Nach all dem Pech stellt sich noch heraus, dass das Lokal zu ist. Also auf nach Juthbacka, einem hochherrschaftlichen Haus, wo wir im wunderschön eingerichteten Salon Kaffee trinken.

Es geht mit Carolinah zurück nach Pörkenäs und zwar den "besseren" Weg (die Wertscala der Wege ist sehr gesunken gegenüber Deutschland): Es geht, sage und schreibe, über Jakobstad.

Es ist schon dunkel, doch auf Carolinah ist Verlass.

In Pörkenäs trinken wir noch Tee und unterhalten uns über die Nachkriegsjahre in Deutschland.

Carolinah mit Fahrer Walther

Ich durfte Carolinah mehrfach fahren

Auf der Heimfahrt nach Jakobstad wird Carolinah zum Lastauto: Unsere drei Fahrräder werden ihr noch aufgeladen. Zwei werden links auf dem Trittbrett angebunden. Dann steigen wir ein und binden rechts das dritte Rad an.

Und mit dieser Kutsche durch den nächtlichen finnischen Urwald!!! Vor Jakobstad steht eine Kuh auf dem Weg, und es dauert eine ganze Zeit, bis sie aus dem Wege geht. Um Mitternacht kommen wir endlich an die Bryggerie.

Dort beobachte ich noch einen Igel und gehe dann in's Bett, kann aber bis halbdrei nicht einschlafen... der Kaffee!

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Wikipedia: Model_T_pedals

Zur Technik

 
Bei  → Wikipedia  findet man dieses sehr gute Bild zur Bedienung des Fahrzeugs.

Die  → englische Version  enthält ganz unten eine Vielzahl von Ford-Modellen. Das letzte Modell T ist genau die Carolinah.

 
 
Ford Modell T: Pedale
Bild: Wikipedia   Rockclaw1030 3.0 Unported license

Das Modell Ford T hatte kein Gaspedal. Dafür gab es eine entsprechende Handbedienung.

Es gab keine von Hand bediente Gangschaltung. Dafür waren die Pedale zuständig

Es gab drei Pedale:

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